Historische Aufnahme des Gebäudes von 1968

Das Friedrich-Meinecke-Institut

Geschichte eines Geschichtsinstituts

Nahezu gleichzeitig mit der Freien Universität Berlin wurde Ende 1948 das Historische Seminar gegründet. Nachdem der renommierte Historiker Friedrich Meinecke im hohen Alter von 86 Jahren Gründungsrektor der zunächst in jeder Hinsicht provisorisch eingerichteten Universität geworden war, übernahm er auch die Leitung des neuen Seminars. Drei Jahre darauf erfolgte die Umbenennung in Friedrich-Meinecke-Institut (FMI). Rasch zog das Institut viele bedeutende Historiker an. Ursprünglich war es auf die Mittelalterliche und Neuere Geschichte beschränkt, erst 1969 wurde die Alte Geschichte integriert. Stets kennzeichnend war seine ganzheitliche Ausrichtung, die allen legitimen Ansätzen und Richtungen der Geschichtswissenschaft einen Platz einräumt. Seit 1998 gehört das Friedrich-Meinecke-Institut als eigene Wissenschaftliche Einrichtung (WE 1) dem Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften an.

Koserstraße 20 - Klassisch-moderne Architektur in einem Villenviertel

Mit dem Wachsen des Friedrich-Meinecke-Instituts standen räumliche Veränderungen an. Aus der Boltzmannstraße 3 zog das Institut bereits 1951 in die Altensteinstraße 40, dann 1973 in die neu eröffnete "Rostlaube". 1998 hat es in der Koserstraße 20 sein Zuhause gefunden, in einem Gebäude, das in den 60er Jahren von den Architekten Wassili Luckhardt und Hans Joachim Wandelt im Bauhausstil errichtet worden war. Der Standort bietet, in unmittelbarer Nähe zum Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, klassisch-moderne Architektur mit Blick auf Bäume und Villen. Der Komplex mit seinen hellen und zeitgemäß eingerichteten Räumen beherbergt die institutseigene Bibliothek, mit etwa 160.000 Bänden eine der größten Sammlungen historiographischer Literatur in Europa.

Wissenschaftliches Profil

Die Erforschung der Geschichte erfolgt am Friedrich-Meinecke-Institut in ihrer ganzen Breite, wobei größtmögliche Offenheit und ein prinzipiell unbegrenzter Pluralismus angestrebt werden. Gerade deshalb ist es wichtig, dass das Fach in allen Epochen von der griechischen Antike bis hin zur Zeitgeschichte vertreten ist. Geschichtswissenschaft wird von den Mitgliedern des Instituts in fünf Fachgebieten betrieben:

Trotz dieser chronologisch ausgerichteten Gliederung werden am Friedrich-Meinecke-Institut die Trennlinien zwischen den Epochen nicht als Brüche angesehen, sondern der Blick richtet sich auf Kontinuitäten und langfristige Wandlungsprozesse. Die am Institut selbst ansässigen Fachvertreter erhalten flankierende Unterstützung durch die Historiker der Zentralinstitute, des John-F.-Kennedy-Instituts, des Lateinamerikainstituts und des Osteuropa-Instituts.

Studium und Lehre

Lehrveranstaltungen im Fach Geschichte werden am Friedrich-Meinecke-Institut im Bachelorstudiengang (mit und ohne Lehramtsoption) sowie, darauf aufbauend und mit Schwerpunktbildung auf einem der vier chronologischen Fachgebiete, im Masterstudiengang angeboten. Die gegenwärtig etwa 1750 Studierenden (davon etwa 950 im Hauptfach) streben nicht nur den Beruf des Historikers oder Geschichtslehrers an, sondern erwerben auch Schlüsselqualifikationen in den Bereichen Medien, Erwachsenenbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung. Als Startrampe nach Europa ist das Erasmus-Sokrates-Programm seit vielen Jahren fest etabliert. Bei der Suche nach einem Praktikum und Fragen zur Berufswahl hilft der CarreerService mit Informationsveranstaltungen und Trainingsprogrammen. Die Mitglieder des Friedrich-Meinecke-Instituts bemühen sich, mithilfe eines möglichst vielfältigen Angebots den Bedürfnissen der Studierenden gerecht zu werden und ihre Interessen anzusprechen.