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Home » Arbeitsbereiche » Arbeitsbereich Univ.-Prof. Dr. Matthias Thumser » Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch (1472–1494)



Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch (1472–1494)

Edition

Leitung und Durchführung: Prof. Dr. Matthias Thumser, Priv.-Doz. Dr. Klaus Neitmann; Cornelia Eberlein, Dr. Christian Gahlbeck, Dr. Ralf Lützelschwab, Renate Schelling

Das 1852 durch Friedrich Georg von Bunge begründete Liv-, Est- und Kurländische Urkundenbuch (LUB) ist die bedeutendste Quellenedition zur Geschichte des spätmittelalterlichen Livland, dem Gebiet der heutigen Staaten Estland und Lettland, und somit ein unverzichtbares Instrument zur Erforschung der baltischen Geschichte. Ziel war es von Beginn an, die Überlieferung an Urkunden und Briefen systematisch und möglichst umfassend zu sammeln und sie in einem chronologisch angelegten Werk in kritischer Edition zugänglich zu machen. In den sechs Jahrzehnten bis 1914 ist es Bunge und seinen Nachfolgern gelungen, die Quellen zur livländischen Geschichte aus der Zeit vom ausgehenden 12. Jahrhundert bis 1510 in 15 Foliobänden weitgehend vollständig zusammenzuführen (Abt. I, Bd. 1–12; Abt. II, Bd. 1–3). Dabei blieb allerdings der Zeitraum von 1472 bis 1494 aus konzeptionellen Gründen zunächst unbearbeitet. Dann unterbrach der ersten Weltkrieg alle Arbeiten auf Dauer. Der Versuch eines Neubeginns in der Zwischenkriegszeit scheiterte, und nach 1945 beeinträchtigten die vollends gewandelten politischen Verhältnisse die Fortführung der Editionsarbeit um ein weiteres. Bis heute ist es nicht gelungen, die knapp 22½ Jahre umfassende Lücke zu schließen. Das Livländische Urkundenbuch ist trotz seiner erstaunlichen editorischen Qualität und seiner breiten Akzeptanz in allen Fragen zur mittelalterlichen Geschichte der Region bislang ein Torso geblieben.

Ziel des von Matthias Thumser und Klaus Neitmann im Auftrag der Baltischen Historischen Kommission geleiteten Projekts ist die Fortführung der Edition bis hin zur Schließung der Lücke zwischen den beiden Abteilungen. Zu rechnen ist mit ca. 3500 Stücken, die in den Bänden 13 bis 16 der I. Abteilung publiziert werden sollen. Um dem Gesamtwerk seine Einheitlichkeit zu erhalten, werden Konzeption und Gestaltung der Edition in vieler Hinsicht den Vorgaben entsprechen, die um 1870 entwickelt und vom 7. Band an auf hohem Niveau in konsequenter Weise angewandt wurden. Die Gewährleistung einer weitgehend einheitlichen Benutzung des gesamten Werkes ist für die Herausgeber wichtiges Gebot. Wissenschaftliche Fortschritte und Erkenntnisse der jüngeren Zeit werden gleichwohl in Anschlag gebracht.

Leitendes Prinzip der Edition ist nach wie vor der Grundsatz der regionalen Pertinenz, wonach tendenziell der gesamte auf die Region bezogene Stoff zu berücksichtigen ist. Hierfür sind vornehmlich die folgenden Archive auszuschöpfen:

Gegenwärtig wird parallel an den Bänden 13 (1472–1479) und 14 (1480–1483) der I. Abteilung gearbeitet, die beide kurz vor Fertigstellung der Manuskripte stehen und zusammen ca. 1800 Stücke enthalten werden. Während der 13. Band mit den Kräften des Lehrstuhls Thumser an der Freien Universität zum Abschluss gebracht wird, ist für den 14. Band vorrangig Christian Gahlbeck zuständig, der von 2006 bis 2009 eine DFG-eigene Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter innehatte.

Erschienene Bände:

Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch, Abt. I

Abt. II

Literatur:


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Stand: 15.12.2011

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