Dr. des. Valeria Tanci (Universität Rom ‘La Sapienza’)

Friedrich-Meinecke-Institut

Koserstr. 20 - Raum A.340

D-14195 Berlin

 

Förderorganisation: Università di Roma La Sapienza

Zeitraum: 15.06.2011 – 15.01.2012

Email: airis_81@yahoo.it

 

Die nationalistische Politik des faschistischen Regimes in den italienischen Ostgrenzgebieten: Patriotische Reisen zwischen den zwei Weltkriegen

Das Forschungsprojekt ist auf den Tourismus als Mittel der faschistischen Italianisierungspolitik in den östlichen Grenzgebieten, vor allem Zadar und Rijeka, fokussiert.

Ab Mitte der Zwanziger Jahre versuchte Mussolinis Regierung, die Zugehörigkeit zu Italien der in den neu angegliederten Gebieten lebenden Bürger durch patriotische Reisen zu fördern. Die ehemalige Front, wo die italienischen Soldaten für die Freiheit der noch „unerlösten Gebiete“ gekämpft hatten, wurde als Ort des „italienischen Charakters“ erklärt. Gleichzeitig präsentierte das Regime die in diesen Städten lebenden Italiener als echte und unverdorbene Italiener, weil sie lange auf die Befreiung gewartet hatten, ohne sich in unterschiedliche Gruppierungen aufzuspalten. Durch die vom Staat unterstützten Reisen entwickelte sich eine moderne Form von Tourismus, die Tausende von Menschen aus mehreren Regionen einbezog, und die im Lauf der Jahre ein breites Spektrum von Reisezielen anbieten konnte, die als wichtig für die italienische Geschichte galten. Durch diese Reisen zu bedeutungsträchtigen Zielen sollten die Bürger Italiens im Sinne des Patriotismus und des Nationalismus zur Heimatliebe und zum kompromisslosen Heimatschutz erzogen werden.

 

Letzte Aktualisierung: 15.09.2012

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