Projektverbund "Transnationale Gesellschaftskonstruktionen in Europa. Konzepte und politisch-soziales Handeln im 20. Jahrhundert"

Institution:

Friedrich-Meinecke-Institut

Leitung:

Mitarbeiter/innen:

Robert Zimmermann

Inwiefern wurden Gesellschaften in Europa im 20. Jahrhundert jenseits der Eigendynamik sozialer Prozesse bewusst konstruiert? Welche politischen und gesellschaftlichen Akteure waren in den Prozessen jeweils beteiligt? Wie wirkten dabei Wahrnehmungen, Deutungen und Handlungen zusammen? Inwiefern vollzogen sich die Konstruktionsprozesse im Rahmen von Nationalstaaten bzw. in einem transnationalen Wahrnehmungs-, Bezugs- und Verflechtungsraum?

Diese Fragestellungen werden in diesem Projektverbund behandelt, der damit unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Konstruktionen untersucht, die in Europa im 20. Jahrhundert nicht nur Diktaturen, sondern – in geringerem Ausmaß und in anderen Formen – auch Demokratien kennzeichneten. Die einzelnen Forschungsvorhaben akzentuieren besonders die Auseinandersetzungen über unterschiedliche Konzepte und Praxen der Gesellschaftskonstruktion, die mit dem Kampf um Deutungshoheit zwischen politischen und sozialen Akteuren verbunden waren. Die Konflikte entschieden über gesellschaftlichen Einschluss bzw. Ausschluss, so dass aus ihnen konkrete Grenzziehungen und "Territorialität" (Charles S. Maier) hervorgingen. Dazu werden drei Teilprojekte durchgeführt:

  1. Freiheit und Sicherheit: Konstruktionen und politisch-gesellschaftliche Praxis in Europa im 20. Jahrhundert (1914-1989). Projektseite

  2. Das umstrittene Gedächtnis. Erinnerungen an den Nationalsozialismus, Faschismus, Holocaust und Zweiten Weltkrieg in Europa in transnationaler Perspektive. Projektseite

  3. Philanthropische Gesellschaften und Zivilgesellschaft im grenzüberschreitenden Bezugsverhältnis. Geben und Empfangen in Deutschland von 1945 bis 1990. Projektseite

Die geschichtswissenschaftlichen Studien zu diesen Themen- und Problemfeldern nehmen historisch-vergleichende und verflechtungsgeschichtliche Untersuchungsansätze ebenso auf wie Fragestellungen, Untersuchungsansätze und Befunde anderer Disziplinen, so zur Analyse performativer Praktiken. Über die kritisch-historische Einordnung der Gesellschaftskonstruktionen in ihre jeweiligen Kontexte hinaus soll der Projektverbund auch zu gegenwärtigen Diskussionen über die Steuer- und Gestaltbarkeit von Gesellschaften und dem wechselseitigen Verständnis der Europäer dienen

Letzte Aktualisierung: 15.09.2012