M.A. Uwe Fuhrmann

Fuhrmann_Uwe

Friedrich-Meinecke-Institut

Doktorand

Adresse
Berlin
E-Mail fuhrmann@zedat.fu-berlin.de

Lebenslauf

  • 1999
    Abitur in Wuppertal

Ausbildung zum Tischler

  • 1999-2002
    Düsseldorf

"Konkreter Friedensdienst"

  • 2002
    Lima, Peru

Magisterstudium der Geschichtswissenschaft / Soziologie / Erziehungswissenschaften

  • 2003-2010
    Freie Universität Berlin, Universidad de Granada, Spanien
  • 2010
    Magisterarbeit bei Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, FU Berlin
    Thema der Arbeit: "Die "Stuttgarter Vorfälle" am 28. Oktober 1948. Kontext, Verlauf und Folgen"

Stipendium

  • seit 2011
    Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung

Promotion

  • seit 2010
    Promotion bei Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Freie Universität Berlin

Forschungs- und Interessengebiete

  • Postkolonialismus
  • Austromarxismus

Dissertationsvorhaben

Vergessene Proteste - erinnerte Erfolge: Der Einfluss der Proteste in der Bizone im Herbst 1948 auf die Entstehung der "Sozialen Marktwirtschaft" (gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung)

Im geplanten Dissertationsprojekt sollen die Entstehungszusammenhänge eines zentralen Identifikationspunktes der Bundesrepublik, der "Sozialen Marktwirtschaft", neu beleuchtet werden. Anlass dazu gibt eine breite Protestwelle im Herbst 1948, die auf die wirtschaftspolitischen Maßnahmen Ludwig Erhards folgte. Sie richtete sich gegen die enormen Preissteigerungen nach der Währungsreform und gegen den marktwirtschaftlichen Kurs. Diese Protestbewegung führte bis zu einem Generalstreik in der Bizone und ist bis heute weitestgehend unerforscht geblieben. Die Untersuchung geht davon aus, dass die Proteste des Jahres 1948 die deutschen und alliierten Entscheidungsträger unter Druck setzten, so dass sie vom Neoliberalismus Ludwig Erhards abwichen und diskursive und politische Maßnahmen ergriffen, deren Ergebnis eine frühe Form der Sozialen Marktwirtschaft war. Diese Zusammenhänge - das ist die zweite zentrale Hypothese - sind durch eine spezifische Historisierung verschüttet worden.

Gegliedert in zwei Teile soll die Dissertation diese Thesen überprüfen. Zunächst werden die Entwicklungen im Jahr 1948 dargestellt und die Proteste im Herbst 1948 mit Hilfe klassischer geschichtswissenschaftlicher Methoden erforscht. Dafür werden Archive genutzt, Literatur ausgewertet und meine eigenen Vorarbeiten einbezogen. Die verschiedenen Ebenen der Historisierung der Geschehnisse sollen im zweiten Teil mit Hilfe weiterer Methoden (Diskursanalyse, Erinnerungsforschung) untersucht werden. So soll sich die Beantwortung der folgendenden Fragen angenähert werden: Wieso verschwanden die Proteste aus dem Bewusstsein und wie wurde die Entstehung der Sozialen Marktwirtschaft in eine konfliktfreie, hegemoniale Erfolgsgeschichte verwandelt? Welchen Anteil daran hatten Politik, Publizistik und Geschichtsschreibung?

Publikationen
Vorträge

Publikationen

Sammelbände / Herausgeberschaften

  • Zusammen mit Henning Fischer/ Jana König/ Elisabeth Steffen und Till Sträter (Hg.), Zwischen Ignoranz und Inszenierung. Die Bedeutung von Mythos und Geschichte für die Gegenwart der Nation, Münster (Westfälisches Dampfboot) 2012. mehr

Aufsatz

  • Stuttgart48 und die Soziale Marktwirtschaft. Von ignorierten Protesten und dem Ursprung einer Basiserzählung, in: Henning Fischer u.a (Hg.), Zwischen Ignoranz und Inszenierung. Die Bedeutung von Mythos und Geschichte für die Gegenwart der Nation, Münster (Westfälisches Dampfboot) 2012, S. 95-128. mehr
  • Zusammen mit Henning Fischer/ Jana König/ Elisabeth Steffen und Till Sträter: Mythos und Nation. Zur Methode diese Sammelbandes, in: Henning Fischer u.a. (Hg.), Zwischen Ignoranz und Inszenierung. Die Bedeutung von Mythos und Geschichte für die Gegenwart der Nation, Münster (Westfälisches Dampfboot) 2012, S. 8-31. mehr
  • Zusammen mit Henning Fischer/ Jana König/ Elisabeth Steffen und Till Sträter: Im Zweifel für den Zweifel? Eine Montage zu den Möglichkeiten linker Geschichtspolitik, in: Henning Fischer u.a. (Hg.), Zwischen Ignoranz und Inszenierung. Die Bedeutung von Mythos und Geschichte für die Gegenwart der Nation, Münster (Westfälisches Dampfboot) 2012, S. 163-189. mehr
  • Zusammen mit Henning Fischer/ Jana König/ Elisabeth Steffen und Till Sträter: Eintrag "Kritische Geschichtspolitik" im ABC der Alternativen 2.0. Von Alltagskultur bis Zivilgesellschaft (VSA Verlag), Hamburg 2012, S. 150 f. zum Buch
  • Otto Felix Kanitz. Kämpfer der Zukunft im Schatten der Vergangenheit, in: Mitteilungen des Archivs der Arbeiterjugendbewegung II/2009, S. 4-9.

Tagungsbericht

  • Zusammen mit Stefan Moitra: Arbeiterbewegung Revisited. Bericht zur 48. Internationalen Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter und anderer sozialer Bewegungen in Linz vom 13.-16. September 2012, in: Mitteilungen des Archivs der Arbeiterjugendbewegung, Ausgabe II/2012, S. 48-53.
  • Zusammen mit Alexander Schwitansk: Vage Erinnerungen. Die 46. Tagung der HistorikerInnen der Arbeiter- und anderer sozialer Bewegungen (ITH): The Memory of Labour, 9-11. September 2010 und Linz, in: Mitteilungen des Archivs der Arbeiterjugendbewegung, II/2010, S. 49-52.

Rezensionen

  • Die Schönbrunner Kinderfreunde-Schule (Rezension zu Heinz Weiss, Das Rote Schönbrunn. Der Schönbrunner Kreis und die Reformpädagogik der Schönbrunner Schule, Wien 2008), in: Mitteilungen des Archivs der Arbeiterjugendbewegung (2011), 2, S. 57-60.
  • Zu Barth, Boris und Osterhammel, Jürgen (Hg.): Zivilisierungsmissionen: Imperiale Weltverbesserung seit dem 18. Jahrhundert. Konstanz , in: Das Argument 48 (2006), S. 267 f.
  • Zu Hoffrogge, Ralf: Richard Müller. Der Mann hinter der Novemberrevolution, Berlin 2008, in: verdi-news 05/2009, S. 2.
  • Zu Baier, Walter; Trallori, Lisbeth N.; Weber, Derek (Hg.): Otto Bauer und der Austromarxismus. »Integraler Sozialismus« und die heutige Linke, Berlin 2008 und Goller, Peter: Otto Bauer – Max Adler. Beiträge zur Geschichte des Austromarxismus 1904-1938. Wien 2008, in: H-Soz-u-Kult, 24.11.2009, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2009-4-170.
  • Zu Hanisch, Ernst: Der große Illusionist. Otto Bauer (1881-1938), Wien 2011, in: H-Soz-u-Kult, 21.07.2011, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2011-3-056.

Vorträge

 

Letzte Aktualisierung: 21.05.2013