BabMed – Fragments of Cuneiform Medicine in the Babylonian Talmud: Knowledge Transfer in Late Antiquity

BabMed ist das erste umfassende wissenschaftliche Forschungsprojekt zur Heilkunde des babylonischen Altertums überhaupt. Die medizinischen Keilschrifttexte des alten Zweistromlandes sind das umfangreichste Korpus antiken medizinischen Wissens vor Hippokrates. Da die große Mehrzahl dieser Texte bislang lediglich in Form von Abschriften (Autographien) vorliegt – so sie überhaupt veröffentlicht wurden – sind sie weder für Laien noch für Spezialisten ohne Schwierigkeiten zugänglich. Ein Ziel des BabMed-Projektes ist es, diese Texte erstmals seit der Entzifferung der Keilschrift sowohl für die Fachwelt als auch für eine breite interessierte Öffentlichkeit zu erschließen.

Ein zweiter Fokus des Vorhabens liegt auf der wissenschaftlichen Aufarbeitung der medizinischen Passagen im Talmud Bavli, dem Babylonischen Talmud: Die Forscher wollen die Verbindungen zwischen den hier beschriebenen Heiltraditionen der mesopotamischen Region zu den weit früheren medizinischen Keilschrifttexten in akkadischer Sprache aufzeigen. Dieser einzigartige Text bildet die Brücke zwischen zwei weit auseinander liegenden geographischen Räumen und den kulturellen Sphären ihrer wissenschaftlichen Traditionen, er verknüpft das von der griechischen und römischen Antike geprägte Palästina im Westen mit Mesopotamien im Osten, das unter dem Einfluss orientalischer Kulturen wie Persien stand.

Nicht zuletzt geht es bei BabMed um mögliche Verbindungen zwischen der Babylonischen Medizin und der hippokratisch-galenischen Lehre, zu Dioskurides, dem Syriac Book of Medicines und der spätantiken Medizin Ägyptens: Wie, und in welchen Bahnen, verlief der Transfer von medizinischem Wissen? Es gilt, die mesopotamischen Beiträge zur Heilkunde in Orient und Okzident herauszuarbeiten und dem eurozentrischen Denken in der Geschichte der Medizin eine neue Sichtweise entgegen zu setzen. ...weiterlesen

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